Wushu heute
Das Wushu in China durchlebte ein wahres Wechselbad: mal genoss es höchstes Ansehen, Wushu Meister erhielten Titel und Ehren, mal wurde Wushu verboten und nur im Geheimen praktiziert.
Seit der Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 wurde Wushu wieder gefördert und ist heute Bestandteil des Sportunterrichts in vielen Grund- und Oberschulen Chinas. An Chinas Universitäten ist es sogar möglich, einen Sportlehrer-Diplomabschluss nur in Wushu zu machen.
In der Schweiz gibt es heute viele Schulen, die die unterschiedlichen Stile des Wushu unterrichten. Das steigende Interesse an Selbstverteitigung bescherte auch dem Wushu einen Zulauf und so gibt es mittlerweile viele Frauen, Männer und Kinder die Wushu praktizieren.
Wushu als Wettkampfdisziplin
Durch die Modernisierung des Wushu in den letzten dreissig Jahren existiert heute ein universeller Standard für das Training und den Wettkampf. Die Neuerungen fanden v.a. hinsichtlich der Schnelligkeit, der Schwierigkeit und der Präsentation statt. So entwickelte sich moderners Wettkampf-Wushu zu einem athletischen und ästhetischen Wettkampfsport, der Schnelligkeit, Gleichgewicht, Koordination und Präsentation betont.
Seit 1991 gibt es Weltmeisterschaften im Wushu mit Wettbewerben in den folgenden Disziplinen:
Ohne Körperkontakt:
Waffenlose Stile
- Changquan = Langfaust
- Nanquan = Südfaust
- Taijiquan = innere Stilart (auch Tai Chi Chuan genannt)
Langwaffen-Stile
- Qiangshu = Speer
- Gunshu = Langstock
- Nangun = Südstock
Kurzwaffen-Stile
- Daoshu = Säbel
- Nandao = Südsäbel
- Jianshu = Schwert
- Taijijian = Taiji-Schwert
Mit Körperkontakt:
Sanda / Sanshou
Vollkontaktkampf: In diesen Stilen werden die Europa- und Weltmeisterschaften und andere internationale Turniere ausgetragen.
Daneben existieren auch Wettbewerbe für die traditionellen Stile wie z.B. das World Traditional Wushu Festival.
Organisation und Verbände
Vor 1980 existierten weder internationale noch europäische Wushu Organisationen, bis 1985, als die Chinesische Wushu Assoziation beschloss, eine Internationale Wushu Federation (IWuF) unter der Leitung der staatlichen Sportkommission zu bilden. Nach einer Zeit der Vorbereitung von fünf Jahren wurde 1990 die IWuF während den 11. Asian Games in Beijing (=Peking) gegründet. Die IWuF hat ihren Sitz in Beijing und ist der offizielle Weltverband für das Wushu (Disziplinen: Wushu Formen, Taijiquan, Sanda/Sanshou). Seit den ersten Weltmeisterschaften 1991 hat sich ein weltweites Netz gebildet mit dem Ergebnis, dass heute über 100 Länder an die IWuF angeschlossen sind. Damit gehört sie heute zu den grössten Kampfkunstvereinigungen der Welt.
Seit 1985 gibt es die EWuF, die Europäische Wushu Federation. Anfangs gehörten die Länder Frankreich, England, Spanien, Belgien, Niederlanden, Schweden, Norwegen und Italien dazu. Heute ist die EWuF ein anerkannter Kontinentalverband der IWuF und beinahe alle europäischen Länder, darunter auch der Schweizerische Wushu Verband swisswushu, sind Mitglied beim EWuF. Die ersten Europameisterschaften fanden im Mai 1986 in Belgien statt.


