Geschichte des Wushu
Im Folgenden bekommen Sie einen einfachen Überblick über die Enstehungsgeschichte des Wushu. Der Text beschränkt sich, auch angesichts der umfangreichen bestehenden Literatur zu diesem Thema, auf die wichtigsten Punkte. Trotzdem kann die Entstehungsgeschichte nicht genau nachgezeichnet werden, da zahlreiche Geschichten und Legenden existieren und viele Texte und Schriften im Laufe der Zeit verloren gingen. Wushu hat seine Wurzeln schon in der Jungsteinzeit, als die Menschen Werkzeuge und Waffen zur Jagd oder Verteidigung benutzten.
Damals unterschied sich Wushu natürlich beträchtlich von dem, was es heute ist. Mit der Verfeinerung der Waffen, besonders als die Bronzewaffen langsam die Steinwaffen ersetzten, wurden die Formen vielgestaltiger und die Bewegungstechniken ausgefeilter. Wandmalereien geben Hinweise darauf, dass es damals Formen des Ringkampfes sowie Tänze mit Waffen (Axt und Schild) gab. Militärische Konflikte in der Periode der “Kriegerstaaten” (403-221 v. Chr.) brachten viele Strategen hervor, die die Wichtigkeit von Wushu betonten, um eine starke Armee bilden zu können. So erwähnte Sunzi in seinem Buch, das älteste existierende Buch über die Kunst des Krieges, dass Ringkämpfe die Konstitution der Krieger stärke. In dieser Zeit gab es unter all diesen Schwertmeistern auch Frauen. Das Buch “The Spring and Autumn Chronicle of Wu and Yue” erzählt die Geschichte einer Frau namens Chu Nü, die aufgrund ihrer ausserordentlichen Fähigkeiten in den Kampfkünsten vom Kaiser Gou Jian (ca. 465 v. Chr.) gebeten wurde, seine Armee auszubilden.
Bodhidharma
In der Geschichte des Wushu spielt der 28. Nachfolger des Buddhas, Bodhidharma und das Kloster Shaolin eine ganz wesentliche Rolle. Das Kloster Shaolin wurde in der Provinz Henan um ca. 479 n. Chr. erbaut.
Bodhidharma kam etwa im Jahre 500 n. Chr. von Indien nach China, er wollte in China die Lehre des Chan-Budismus (Zen) verbreiten. Im Kloster Shaolin wurde er aufgenommen und lebte fortan in Askese und Meditation. Die Legende berichtet, dass Bodhidharma 9 Jahre die Versenkung übte, indem er ohne Unterbruch auf die seinem Meditationsplatz gegenüberliegende Wand starrte. Dort sollen noch heute die Umrisse des Schatten von Bodhidharma zu sehen sein. Bodhidharma verfügte über eine aussergewöhnliche Kondition, denn die wenigsten seiner Schüler konnten die Meditationsübungen, die er lehrte, nachvollziehen. Sie besassen nicht die dazu nötige geistige und körperliche Kraft.
Deshalb erdachte sich Bodhidharma ein System von Atemtechniken und gymnastischen Übungen. Sie dienten vorwiegend der Lockerung des Körpers und zur Wachhaltung des Geistes. Es war der Grundstein für das Shaolin Kung Fu. Diese einfachen Basisübungen des Shaolin Kung Fu hielten über eine sehr lange Zeit die Schlüsselrolle bei der Entwicklung des heutigen Wushu inne. Es stellt die Basis aller Wushu-Stile dar.


