Duanwei-System

Urs Krebs
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urs.krebs@swisswushu.ch

Das Wushu Duanwei System

Einführung

Vorgeschichte

Graduierungssysteme kennt man in den meisten Kampfsportarten, vor allem in japanischen und koreanischen Kampfkunst-Systemen sind solche Graduierungen eine Selbstverständlichkeit. In den traditionellen chinesischen Stilrichtungen war dies jedoch bisher nicht üblich. Dies führte dazu, das verschiedenste Schulen oder Organisationen in den USA und Europa ihre eigenen Graduierungssysteme einführten, was jedoch nicht unbedingt zu mehr Übersichtlichkeit führte.

Im Jahr 1998 führte schliesslich die Chinese Wushu Association (der chinesische Dachverband für alle chinesischen Kampfkünste) in China ein neues Graduierungs-System ein, das Chinese Wushu Duanwei-System. Dazu passend gab die Chinese Wushu Association eine Buchreihe heraus, die das Standardformenprogramm für Wushu und Taijiquan vom 1. bis zum 6. Duan umfasste. Dieses System wurde nun im Jahr 2010 völlig überarbeitet. Das neue System beinhaltet nicht nur Formen oder Kampftechniken, es ist allumfassend. Für viele verschiedene Stile gibt es nun Bücher und DVD’s mit den entsprechenden technischen Spezifikationen je Duan-Grad (die Buchreihe wird laufend erweitert). Die Vorgaben sind dabei gegliedert in Grundschule, kurze Bewegungsabläufe, Partnerübungen und praktische Anwendungen. Auch die Swiss Wushu Federation arbeitet zurzeit mit Hochdruck daran, diese neue Vorgaben für das Duanwei-System in der Schweiz zu adaptieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: das traditionelle Element und die Nähe zur praktischen Anwendung sprechen gerade auch unsere traditionellen Schulen an. Auch Stile wie Yongchun (Wing Chun/Wing Tsun), die aufgrund der bisherigen Struktur etwas benachteiligt waren, erhalten jetzt hier eine Plattform.

Das System

Das Duanwei-System ist nicht für einige wenige Trainer gedacht, sondern soll vor allem auch allen Schülerinnen und Schülern der swisswushu-Verbandsschulen die Möglichkeit geben, das in der Kampfkunstschule des eigenen Trainers/Meisters erworbene Wissen zu erweitern und von neutraler Stelle beurteilen zu lassen. Das Duanwei-System spiegelt somit auch die verschiedenen Entwicklungsstufen vom Schüler (1. – 3. Duan) zum Trainer (4. – 6. Duan) bis zum Meister wieder (ab 7. Duan). Das Graduierungssystem unterscheidet sich von anderen Kampfsportarten dahingehend, dass es lediglich über 9 Stufen verfügt. Auch wer später eine Trainerlaufbahn mit der entsprechenden swisswushu-Trainerausbildung einschlagen will, benötigt das entsprechende fachliche Rüstzeug, will heissen, dass er die Schülergrade bis zum 3. Duan erfolgreich absolviert haben muss. So kann sichergestellt werden, dass ein swisswushu-Trainer später sowohl das fachliche Rüstzeug mitbringt, wie auch über das didaktische und anatomische Grundwissen verfügt. Hier die Gliederung nochmals in der Übersicht:

1. – 3. Duan, Grundstufe (Schülergrade)

Blauer Adler: 1. Duan
Silberner Adler: 2. Duan
Goldener Adler: 3. Duan

4. – 6. Duan, Mittelstufe (Trainergrade)

Blauer Tiger: 4. Duan
Silberner Tiger: 5. Duan
Goldener Tiger: 6. Duan

7. – 9. Duan Oberstufe (Meistergrade)

Blauer Drache: 7. Duan
Silberner Drache 8. Duan
Goldener Drache 9. Duan

Zusammenarbeit mit der Chinese Wushu Association

Die Swiss Wushu Federation hat nun mit der Chinese Wushu Association eine weitgehende Zusammenarbeit zur Einführung des Chinese Duanwei Systems in der Schweiz vereinbart. Dies bedeutet unter anderem, dass seit Februar 2010 Duanwei-Prüfungen in der Schweiz stattfinden. Nach einer ersten Prüfung, welche im Februar 2010 unter der Aufsicht der Chinese Wushu Association stattgefunden hat, an der alle Stufen geprüft wurden, ist in Zukunft folgendes Prozedere für die Duanwei-Prüfungen vorgesehen:

1. – 3. Duan: Prüfungen werden von der Swiss Wushu Federation durchgeführt
4. – 9. Duan: Prüfungen werden von der Chinese Wushu Association in der Schweiz durchgeführt.

Dies ermöglicht uns, die Wushu-Schüler aus allen Verbandsschulen fachlich zu begleiten und dort wo der Wunsch besteht, sie auch fachlich auf kommende Aufgaben als Trainer vorzubereiten.

In Zukunft werden jährlich Fachkurse, in denen die fachlichen Spezifikationen vermittelt werden, stattfinden. Prüfungen werden 1 – 2 Mal pro Jahr stattfinden. 

Blick in die Zukunft

In China wurden auf das Jahr 2010 hin neue Prüfungskriterien eingeführt (siehe dazu auch einen entsprechenden Artikel auf der IWuF-Homepage: http://www.iwuf.org/admin_01.asp?id=577). Diese Prüfungsinhalte umfassen nicht nur Formen (Taolu), sondern auch Partnerübungen (Duida) und Anwendungen (Yongfa). Diese Kriterien wurden in Zusammenarbeit mit namhaften traditionellen Meistern erstellt und beinhalten Anleitungen für zahlreiche Stile wie Yongchunquan (Wing Chun Kuen), Chen-Stil Taijiquan, Bajiquan, aber auch für moderne Ausprägungen wie Changquan und Jianshu. In diesem Beispiel-Video stellen wir Euch dieses neue System vor, für welches die Swiss Wushu Federation regelmässig Kurse anbieten wird:





Duanwei-System
Urs Krebs
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Downloads

http://www.swisswushu.ch/wp-content/uploads/2011/01/4_anmeldung_duanwei-pruefung.pdf

http://www.swisswushu.ch/wp-content/uploads/2011/01/3_sanda-duanwei.pdf

http://www.swisswushu.ch/wp-content/uploads/2011/01/2_traditonelle_stile_20101206.pdf